Geschichte

1919

Der Gründer

Der Gründer

Christian Lyck (3. v. l.) im Kreise seiner Gesellen. 1919 fiel durch ihn der Startschuss für unsere Bäckerei.
Rosa Lyck

Rosa Lyck

Die Resolute. Sie lenkte die Geschicke der Bäckerei und nahm Einfluss auf vier Bäcker-Generationen.
Waldemar Lyck

Waldemar Lyck

Er schuf das Ladengeschäft am Ellerbeker Weg. Vorher wurde noch mit Pferd und Wagen auf Wochenmärkten verkauft.
Erika Lyck

Erika Lyck

Stolz präsentiert sich Erika in ihrem Laden. Nach dem Krieg musste sie allein vier Kinder erziehen und nebenbei das Ladengeschäft aufrecht erhalten.

Die Macher

Die Macher

Christian und Ingrid Lyck formten aus dem "Lebensmittelgeschäft mit Backwaren" eine Bäckerei. Der hohe Qualitätsanspruch sorgte für den guten Ruf in Kiel.
Der Müde

Der Müde

Kai Lyck übernahm die Bäckerei 1989 von seinem Vater und baute das Filialnetz aus. Und baute die Backstube aus. Und baute Filialen. Und baute an. Bis heute.
Heute

Heute

Ilka und Kai Lyck legen Wert auf Klasse statt Masse. Motivierte Mitarbeiter unterstützen sie dabei.

Neubeginn 1945

Neubeginn 1945

Nicht immer verlief die Geschichte geradlinig. Am 6. Mai 1945, kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges, wurde das Backhaus durch eine Fliegerbombe getroffen und zerstört. Waldemar Lyck kam zwar noch aus der Kriegsgefangenschaft zurück, erlag hier jedoch seinen Verletzungen. Für Erika, Mutter von vier Kindern, bedeutete dies, sich mit dem Laden, ohne Ehemann und ohne Backstube über Wasser zu halten. Brote ließ sie sich von anderen Bäckern anliefern.
Neubeginn

Neubeginn

Es folgte die Zeit des Wiederaufbaus. Christian, gerade fertig mit seiner Ausbildung, baute das Backhaus eigenhändig nach Feierabend und am Wochenende wieder auf. An Selbständigkeit war noch nicht zu denken, obwohl Ingrid das Geschäft im Stil von Erika weiterführte. Christian Lyck belieferte den Laden mit Backwaren aus der Bäckerei Panck, in der er als Geselle arbeitete. Doch irgendwann kam der große Schritt in die ersehnte Selbständigkeit. Zunächst beginnend in einer Mikrobackstube (3/4 des Backhauses stand leer oder war untervermietet), folgte schrittweise die Erweiterung der Bäckerei. Am Ende wurde sogar noch ein Stück angebaut. Fleiß gepaart mit hohem Qualitätsanspruch sorgten für lange Schlangen vor dem Tresen.

 


Die 4. Generation

Die 4. Generation

Christian übergab das Geschäft 1989 an seinen Sohn Kai. Er selbst arbeitete noch als "Graue Eminenz" weiter mit, doch die Entscheidungen traf jetzt der Nachfolger. Es war die Zeit der Filialitis. Auch Kai sprang auf diesen Zug und streute nach und nach seine Backwaren aus Elmschenhagen heraus in viele Kieler Stadtteile. Das Unternehmen wuchs, doch die Erkenntnis, dass Umsatz nicht gleich Gewinn ist, wurde auch hier erkannt. Nach und nach konnten sich Kai und Ehefrau Ilka, die mit ins Geschäftsleben eingezogen ist, von unrentablen Filialen oder Lieferungen trennen und somit die Weichen für die Zukunft stellen.
Aus der Not geboren

Aus der Not geboren

Bis zum Februar 2010. Das Backhaus fing durch einen Elektroschaden Feuer und war nicht mehr nutzbar. Die ursprünglich optimistisch auf zwei Wochen geplanten Renovierungsarbeiten zogen sich auf über sechs Monate hin. Glücklicherweise konnten Kollegen (Bäckerei Steiskal) mit Lieferungen helfen und es musste kein Laden geschlossen werden. Für die Spezialitäten durften die Bäcker sogar die Backstube der Bäckerei Ratjen nutzen, bevor sie selbst mit dem Backen ihrer eigenen Ware anfingen. Die Konditorei wurde mit Haushaltsmaschinen und einem Ladenbackofen in einer Küche aufrecht erhalten. Irgendwie geht es immer!
Neuanfang neu!

Neuanfang neu!

Obwohl die Frage, aufhören oder weitermachen, schon im Raum stand, entschieden sich Kai und Ilka für jetzt erst recht! Nach dem Umbau der Backstube wurde Jahr für Jahr eine Filiale nach der anderen erneuert. Gerade fertig mit den Umbaumaßnahmen folgte die nächste Hiobsbotschaft: Der Ellerbeker Weg soll saniert werden und die Stadt Kiel ordnete dazu eine fast 6-monatige Vollsperrung an. Die Umsätze gingen in den Keller und dem zarten Pflänzchen Aufschwung wurde erneut das Wasser entzogen.
Es geht weiter

Es geht weiter

Aber auch dieser Spuk ist überstanden und nun gilt es, nur noch optimistisch nach vorne zu sehen. Getreu dem Wahlspruch des Eigentümers "Das Leben ist eine Rutschbahn" (Frank Wedekind)


 

 
  • Das Backhaus 1945

    Das Backhaus 1945
    Die Bäckerei hätte den Krieg fast überstanden, wenn da nicht zwei Tage vor Kriegsende eine Bombe getroffen hätte.
  • 19. Februar 2010. Es brennt.

    19. Februar 2010. Es brennt.
    Beißender Qualm steigt aus dem Backstubenfenster.
  • Schaden im Lager

    Schaden im Lager
    In der Hitze schmolzen selbst Aluminiumbleche (rechts).
  • Konditorei

    Konditorei
    Was ehemals weiß war, ist nun mit Ruß bedeckt. Bis in den letzten Winkel. Der starke Geruch wich erst nach mehreren Monaten.
  • Das Mehlsilo

    Das Mehlsilo
    Hier ging nichts mehr.
  • Baustelle vor der Haustür

    Baustelle vor der Haustür
    Noch vor der Vollsperrung legte die Baustelle den Verkehr und unseren Umsatz lahm.
  • Auswirkung einer Schreibtischtat

    Auswirkung einer Schreibtischtat
    So sieht es aus, wenn die Stadt Kiel eine Willkürentscheidung trifft: Menschenleer.
  • Stiller Protest

    Stiller Protest
    Wenn man so vom Geschäftsleben abgeschnitten ist, kommt man auf drollige Ideen.
  • Billigbäcker

    Billigbäcker
    Auch das war nicht schön: Tür an Tür neben unserer Filiale in der Teplitzer Allee versucht ein Billig-Bäcker unsere Kunden zu gewinnen. Wir reagieren auf dieses respektlose Verhalten etwas zu plakativ.

     


    Die Liebe zum Handwerk

     

      

    Abwiegen

    Abwiegen

    Die Teige werden in Wannen gelagert, um die nötige Reifezeit zu erhalten. Je nach Teig kann diese Reifung bis zu 72 Stunden dauern. Danach erfolgt das Abwiegen. Wie vor 500 Jahren noch immer per Hand und Waage.
    Beisetzen

    Beisetzen

    Die abgewogenen Teigstücke werden beigesetzt, d. h. in runde Form gebracht. Dieser Vorgang beeinflusst die Porenbildung und wird dementsprechend mal sehr fest und mal sehr locker durchgeführt.
    Aufarbeiten

    Aufarbeiten

    Je nach Brot- oder Brötchenart kommen unterschiedliche Verfahrenstechniken zum Einsatz. Kennzeichen handwerklicher Brötchen: Sie sind nicht einfach nur eckig und mit Saaten bestreut, sondern weisen interessante Formen aus. Die begründen sich immer durch die daraus resultierende Krustenbildung, dem wichtigsten Geschmacksgeber.
    Formgebung

    Formgebung

    Liebe zum Detail, alte, überlieferte Backtechniken und der Verzicht auf Maschinen in der Herstellung erlauben uns, Brote und Brötchen von unverwechselbarem Aussehen zu schaffen.

     

    Handwerk meint die Zusammenfassung der Berufe, in denen die Hände als Werkzeuge dienen. Das trifft auf die Branche der Bäcker besonders zu. Vom Teig kneten bis zur Formgebung kann alles manuell geschehen. Selbstverständlich kann heute jeder Arbeitsschritt auch durch eine Maschine ersetzt werden und ab einer gewissen Größenordnung sind diese Geräte auch von sinnvoll bis notwendig. Es stellt sich also für jede Bäckerei die Frage, wie sie sich grundsätzlich ausrichten möchte.

    Für die Bäckerei Lyck gilt seit jeher der Grundsatz, je weniger Maschineneinsatz, desto besser. Nur das erlaubt uns, alte Rezepturen, sehr weiche Teige und zu Gunsten der Vielfalt auch sehr kleine Stückzahlen herzustellen. Es ist ein System, das viele Hände benötigt und daher auch Arbeitsplätze schafft.

    Da wir durch unsere Betriebsstruktur die Voraussetzung geschaffen haben, traditionelle Rezepturen umsetzen zu können, war der Schritt dahin ein konsequenter. Keine Backmittel oder Fertigmischungen in den Brotteigen, viele Brötchen, die komplett auf Backmittel verzichten und in der Konditorei Rückbesinnung auf alte Rezepturen, die noch ohne Convenience-Produkte funktionierten.